Asklepios setzt auf digitales Wissensmanagement, um die Behandlungsqualität weiter zu steigern

Wissenstool UpToDate unterstützt Mediziner bei Diagnose und Therapiestellung

In der Strategie der Asklepios-Kliniken-Gruppe spielt die Weiterentwicklung des Wissensmanagements seit jeher eine zentrale Rolle. Nun setzt man auf eine wirkungsstarke digitale Lösung: Seit Anfang 2018 haben Mediziner in allen Asklepios-Kliniken Zugriff auf UpToDate, ein System zur klinischen Entscheidungsunterstützung („clinical decision support“, abgek. CDS). Der Einsatz ist die logische Konsequenz aus dem Bestreben und Anspruch der Gruppe, die bestmögliche Versorgung von Patientinnen und Patienten zu gewährleisten – auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Rund 150 Gesundheitseinrichtungen in 14 Bundesländern machen Asklepios zu einem führenden Krankenhausbetreiber in Deutschland und ermöglichen integrierte Behandlungsketten sowie den Aufbau medizinischer Cluster. Als Maßstab des unternehmerischen Handelns gilt eine zukunftsorientierte und an höchsten Qualitätsstandards ausgerichtete Medizin für alle Patienten. „Asklepios ist seit der Gründung vor über 30 Jahren auf den Säulen ‚Medizinische Qualität, Innovation, und soziale Verantwortung‘ gebaut. Diese Werte prägen seit jeher das Tun unserer Krankenhausgruppe“, erklärt Prof. Dr. med. Christoph U. Herborn, Medizinischer Direktor bei Asklepios.

Evidenz für Diagnose und Therapie

Die Erreichung dieser Ziele erfordert bestmögliche Medizin auf dem neuesten Stand der Forschung. Das ist angesichts des exponentiellen Anstiegs medizinischen Wissens kein einfaches Unterfangen. So gehen Schätzungen davon aus, dass sich bis 2020 

das medizinische Wissen alle 73 Tage verdoppeln wird (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3116346/) – weshalb sich die Masse der für Diagnose und Therapiestellung verfügbaren Daten im klinischen Alltag nur noch durch Assistenzsysteme mit direktem Zugriff auf benötigte Informationen und Wissen meistern lässt. Journals in Papierform, so der Konsens, sind vor diesem Hintergrund nicht mehr zweckmäßig.

Wissensmanagement spielt bei Asklepios nicht nur bei der Ausbildung ärztlicher Weiterbildungsassistenten, sondern auch beim Wissenstransfer zwischen den Fachgebieten und den Berufsgruppen eine wichtige Rolle. Es bildet eine wesentliche Voraussetzung für patientenorientierte optimale Abläufe im klinischen Alltag, betont Prof. Herborn.

Digitale Verfügbarkeit als Muss

Wissensmanagement hat laut Herborn digital zu erfolgen und ist bestenfalls ubiquitär als leicht zugängliche elektronische Plattform verfügbar. „Das bedeutet, dass der Zugriff auf Datenbanken, Wissensportale und neueste Erkenntnisse des medizinischen Fortschritts auch über mobile Endgeräte möglich sein muss. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, was die wissenschaftlichen Fachverbände in Leitlinien und Behandlungsempfehlungen vorgeben.“

Der Medizinische Direktor weiter: „Die digitale Verfügbarkeit und die Integration mobiler Endgeräte sowie die Abdeckung fachübergreifender Ansprüche haben – gemeinsam mit einer vernünftigen Kostenplanung für die mehrjährige Nutzung der Plattform – den Ausschlag für unsere Entscheidung gegeben. Aber natürlich schätzen wir ebenso die von internationalen Experten erstellten themenspezifische Zusammenfassung, die mit evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen verknüpft werden. So findet man in UpToDate einen optimalen Überblick zum aktuellen Wissensstand in vielen Fachgebieten.“

Unkomplizierte, zügige Implementierung

„Das Tolle an UpToDate ist – mit diesem System kann das IT-Team einfach mal glänzen!“, so Henning Schneider, CIO der Klinikgruppe, begeistert. „Der Grund hierfür ist, dass es super einfach zu implementieren und zu betreiben ist. Anders als viele Softwareprodukte, die im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, erzeugt es keine nennenswerten Wartungsaufwendungen.“ So erfolgte die Implementierung in nur drei Wochen; beteiligt waren seitens der IT lediglich drei Mitarbeiter für die Firewall, für Client-Einstellungen und die KIS -Integration. Das Wissenstool ist innerhalb der Netzwerkinfrastruktur flächendeckend in allen Asklepios-Häusern aufrufbar – von allen Computern aus und über App von jedem Smartphone und Tablet. Der CIO weiter: „Die einfache Integration in das KIS ist derzeit für 18 Häuser umgesetzt; für alle anderen 19.000 Endgeräte haben wir den Start von UpToDate im Frontend als Desktop-Icon realisiert, alternativ als ‚Favorit‘ im Internet-Explorer und als Programmaufruf aus dem Windows-Menü.“  

Die Behandlungsqualität steigern

Henning Schneider glaubt ganz stark daran, dass sich durch Bereitstellung der richtigen Informationen zur richtigen Zeit die Qualität der Behandlung verbessern lässt. Auch für ihn persönlich spielt dies eine wichtige Rolle: „Das ist der Hauptgrund, warum ich IT im Krankenhaus mache. Ich möchte genau dieses Ziel  erreichen.“ Dabei sollte das Wissen schon auf die jeweilige Situation, auf den Patientenfall hin gefiltert sein. Solche Filtermöglichkeiten lassen sich in digitaler Form deutlich einfacher realisieren, als wenn man versucht, sie beispielsweise auf Papier abzubilden.

Hohe Akzeptanz

„Die meisten Nutzer kannten UpToDate entweder aus früheren Erfahrungen beziehungsweise teilweise auch aus privater Nutzung  “, so Prof. Dr. Herborn. So bestätigt Prof. Dr. Alexander Ghanem, leitender Oberarzt der Kardiologie und Leiter des Herzkatheterlabors in der Asklepios Klinik St. Georg, dass er quasi ‚mit UpToDate sozialisiert wurde‘: „Während meiner Ausbildung hat ein Oberarzt fast jedes Leitsymptom und insbesondere intensivmedizinische Befundkonstellationen anhand des Wissenstools analysiert und behandelt. So konnten wir auch seltene Krankheitsbilder in der Diagnostik strukturiert abarbeiten“, so der Kardiologe.

Die Klinikgruppe begleitete die Einführung des Wissenssystems mit einer Mail-basierten Informationskampagne auf allen Hierarchieebenen sowie mehreren Intranet-Ankündigungen. Zudem wird die Akzeptanz respektive der Bekanntheitsgrad darüber hinaus durch persönliche Ansprache auf Chefärztetreffen beziehungsweise direkte Mailings innerhalb der Fachdisziplinen weiter erhöht.

Schneller zu einer Antwort auf eine klinische Fragestellung – als ‚Evidence-based‘ statt‘„Eminence-based medicine‘: Mit dem raschen Zugriff auf stets hochaktuelles und aufbereitetes Wissen sparen die Ärzte bei Asklepios Zeit und gewinnen Sicherheit.  Ein weiterer Grund, warum die Akzeptanz unter den Ärzten sehr positiv ist, wie Priv. Doz. Dr. med. Holger Maul feststellt. „Das CDS-System stellt für mich eine maßgebende Quelle evidenzbasierter Informationen dar. Mir ist kein Wissenstool bekannt, das brandneue Studien scharf analysiert und kritisch evaluiert inkl. Beurteilung der Auswirkungen auf die klinische Praxis – und zwar rasant schnell“, so der Chefarzt für Spezielle Geburtshilfe & Perinatologie an der Klinik Asklepios Barmbek. „Durch die strukturierte Aufbereitung spart mir UpToDate enorm Zeit, da ich nicht so viel mühsam nachschlagen und die einzelnen Quellen überprüfen muss.“ So lässt sich laut Priv. Doz. Dr. med. Maul ein Thema – sei es die Behandlung der Endomyometritis, Einleitung der Geburt oder Lebererkrankungen in der Schwangerschaft –  innerhalb weniger Minuten mit UpToDate klar einordnen, während die Analyse über andere Suchoptionen auf Basis der aktuellen Datenlage schon für ein einziges Thema zwei Tage in Anspruch nehmen kann. „Diese Zeit haben wir heute nicht mehr“, erklärt der Chefarzt.

Und Prof. Dr. med. Gerhard Gebauer, Chefarzt der Gynäkologie, Asklepios Klinik Barmbek und Asklepios Klinik Nord-Heidberg, bestätigt: „An UpToDate schätze ich die Aktualität der dort zu findenden Information, den einfachen Zugriff und die hervorragenden Suchfunktionen. Für die Frauenheilkunde gibt es kaum ein Themengebiet, das in UpToDate nicht beinhaltet ist.“ Als Beispiel führt er die Behandlung einer Patientin mit einer Eileiterschwangerschaft, Persistenz des Schwangerschaftshormons nach operativer Therapie, an. „Diese Patientin behandelt man mit Methotrexat. Es gibt verschiedene Schemata, wie man Methotrexat applizieren kann.“ Und bei der Antwort auf die Frage nach dem effektivsten Regime konsultiert er UpToDate. Dass die Fundstellen im Wissenssystem in englischer Sprache angeboten werden, betrachtet er für Mediziner als problemlos.

Die Kompetenzbasis von UpToDate

Mehr als 6.700 international renommierte Experten, die über umfassende Behandlungserfahrungen verfügen, sichten medizinische Literatur aus 430 Fachzeitschriften, klinischen Datenbanken und anderen Quellen. Nach umfassender Prüfung werden neue Forschungsergebnisse sorgfältig und zusammen mit Empfehlungen zur klinischen Anwendungsweise in UpToDate integriert. So entstehen evidenzbasierte medizinische Inhalte in einem kompakten, für die Suche geeigneten Format, die kontinuierlich aktualisiert werden.

 „Anerkannte Experten stehen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise für das hohe und validierte, dabei stets aktuelle Niveau der Fachinformationen in UpToDate, die systematisch zusammengefasst sind“, bestätigt Prof. Ghanem und nennt als Beispiel das Gebiet der Aortenklappenstenose, das Prof. Dr. Catherine M. Otto – „eine Koryphäe auf ihrem Gebiet“, so der Kardiologe – als Section Editor verantwortet. Das Wissen langjähriger Experten macht UpToDate zu einem übergeordneten aktuellen Nachschlagewerk für Diagnostik, Therapie und Differenzialtherapie. „Gerade in Zeiten des Postfaktischen ist der Anspruch auf Validität und Vollständigkeit, den UpToDate erfüllt, ein entscheidendes Kriterium für eine verlässliche Medizin“, fügt der Kardiologe hinzu.

Realisierte Vorteile

Die Rückmeldung über konkrete Änderungen eines Behandlungsplanes beziehungsweise einer signifikanten Verbesserung der Abläufe in einem Fachgebiet liegt noch nicht vor – das ist nach einem knappen Dreivierteljahr seit der Einführung noch nicht zu erwarten, so der Medizinische Direktor. „Wir erfahren aber durchweg positive Rückmeldungen der Nutzer, die sich über das Wissenssystem im wahrsten Sinne ‚up to date‘ halten können.“

Und Prof. Dr. Herborn resümiert: „Mit UpToDate bieten wir eine Plattform, die unseren Mitarbeitern jederzeit relevante Informationen zu neuesten Veröffentlichungen und Leitlinien auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zur Verfügung stellt. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine Steigerung der medizinischen Behandlungsqualität und gehen einen weiteren Schritt Richtung Spitzenmedizin.“

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